Di
12
Mai
2009
Berlin läuft! BIG 25
So richtig gut ging’s mir vor dem Lauf nicht, aber das soll keine Ausrede sein, schließlich bin ich es, der sich für den Lauf und nicht für das Ausruhen entschieden hat. Mein Ziel blieb also weiterhin vor der ersten Frau ins Olympiastadion einzulaufen.
Das hat sich aber schon mit dem Startschuss erledigt. Die Frauen-Spitze ging verdammt schnell an, damit hatte ich nicht gerechnet. Bei Km 1 hatte ich 3:10 Min auf der Uhr, die Frauen waren dort ca. 10 Sek vor mir. Der Abstand wurde immer größer, mein Ziel konnte ich ad acta legen. Ich hoffte, dass sich vielleicht ein paar Läuferinnen aus der Gruppe übernommen haben und so war es dann auch. Ich sammelte diese ein, aber die hielten nicht lange mit. So lief ich ab Km 5 ganz allein. Vor mir war ein Riesenloch von ca. 200 m und nach hinten wurde es auch immer größer. So lief ich auf der großen Straße des 17. Juni ganz einsam durch Berlin. Ab und an standen ja zum Glück Zuschauer, die fleißig applaudierten. Nach 10 Km hatte ich 32:57 Min. Ich war voll im Soll – genau das, was ich laufen wollte. Nachdem allmählich die Richtung gewechselt wurde, merkte man den Wind, der nun von vorne kam. Und da ich ganz alleine lief, war das unangenehmer als beim Hochbrückenlauf in Kiel, wo es deutlich stürmiger war.
In der Gruppe weit weit vor mir, brach eine Kenianerin weg. Ich hoffte sie noch einzuholen, aber ich selbst bin stetig langsamer geworden. Die müden und schlappen Knochen (vielleicht auch die Nachwirkungen des Zürich Marathons) und das demotivierende „Alleinelaufen“ machten sich mehr und mehr bemerkbar. Meine Zwischenzeiten relativierten sich und nach vorne ging auch nichts mehr. Beim Halbmarathon stand die Uhr bei 1:12:00. Jetzt waren es keine vier Kilometer mehr und ich fragte mich, ob ich denn noch überholt werde, zumal ich nicht mehr schnell unterwegs war. Aber es kam keiner mehr. Nach 1:25:45 lief ich ins Ziel im Olympiastadion. Ich war froh, dass es vorbei war. Zufrieden bin ich damit natürlich nicht. Was noch einigermaßen versöhnlich ist, ist der 19. Gesamtplatz und die Tatsache, dass ich zweitbester Deutscher wurde.
Dennis Mehlfeld

