Di

19

Mai

2009

Rennsteiglauf

Endlich wieder Berge – wenn auch nicht die höchsten, aber immerhin Mittelgebirge. Allein der Rundumblick ist schon herrlich.

Nur das Wetter wollte sich nicht von seiner besten Seite zeigen. Es war bewölkt, hin und wieder fielen auch ein paar Regentropfen.

Am Freitag fuhren wir zunächst nach Oberhof um meine Startunterlagen abzuholen. Dort musste auch noch meine Startblockzugehörigkeit geklärt werden – ich wollte nicht wie alle anderen Rennsteiglauf-Neulinge im letzten Startblock stehen. Nach kurzer Diskussion erfuhr ich, dass sowieso nicht kontrolliert wird, wer wo steht. Das war also geklärt. Mein Vater und ich machten uns dann auf den Weg zum Zielort Schmiedefeld am Rennsteig. Hier stellten wir das Zelt auf. Nach kurzem Spaziergang über das Veranstaltungsgelände hieß es dann auch ab ins Bett bzw. in den Schlafsack, schließlich sollte am nächsten Morgen um 07.30h Start sein.

***

Die Nacht war regenreich. Mal plätscherte der Regen auf das Zelt, mal peitschte er mithilfe des Windes gegen das Zelt. Zum Glück blieben wir trocken ;-) Als ich in der Früh um 05.15h aufstehen musste, war ich müde, aber zumindest regnete es nicht mehr. Nur warm war es auch nicht, sodass ich froh war, kurze Zeit später im beheizten Bus Platz nehmen zu dürfen. Es ging zum Start nach Oberhof. Dort war das Problem, dass man die Kleiderbeutel bis spätestens 07.00h abgeben musste. Das hieß, da die Sonne sich hinter der Wolkendecke versteckte, frieren bis zum Start oder sich in Wettkampfkleidung „warmlaufen“. Es wurde ein Mix aus beiden und müde war ich immer noch.

***

Oberhof feierte den Rennsteiglauf mit lauter Musik. Diese war anscheinend wichtiger als ein Countdown oder ein „Auf die Plätze...“, denn mitten in einem Lied ertönte plötzlich ein Schuss – der Startschuss. Der kam für alle unerwartet, einige standen noch mit dem Rücken zur Startlinie...

Es ging trotzdem zügig los, was wohl daran lag, dass man erst bergab laufen durfte. Allerdings kam ich damit nicht ganz so gut zurecht – entweder hatte ich mich zu wenig warm gemacht oder es war einfach noch zu früh um „richtig“ zu laufen. Jedenfalls war die Spitzengruppe wenige Meter vor mir und ich kam nicht heran. Als es dann die Straße hoch ging, vergrößerte sich der Abstand - den Treppchenplatz, mit dem ich geliebäugelt habe, konnte ich abschreiben. Die Beine und der Kopf spielten nicht mit.

Man verließ die Straße und lief auf dem Rennsteig weiter, der sehr abwechslungsreich war. Ab und zu sehr steinig, dann wieder matschige Wege oder nasse Wiesen. Und „normale“ Wanderwege.

Nach sieben Kilometern, die mehr oder weniger bergan verliefen (steil war es aber nirgendwo), erreichte man den höchsten Punkt der Strecke – Plänckners Aussicht (973m, Start war auf 820m). Dass man sich hier rauf gequält hat, wurde doppelt belohnt. Zum einen konnte man die Aussicht genießen und zum anderen konnte man es jetzt bergab laufen lassen. Bei Km 9,5 stand die erste von zwei Verpflegungsstationen. Hier hatte ich dann mein erstes „Erfolgserlebnis“. Aus ein paar Metern Entfernung warf ich den Becher zielsicher in den Mülleimer und erntete dafür Extra-Applaus. Da fiel mir dann aber auch auf, wie locker ich die ganze Sache bis dorthin genommen habe - und deutlich unter Wert wollte ich mich dann doch nicht verkaufen. Eingelaufen hatte ich mich nun genug, jetzt ging’s los. Nach 10 Km setzte ich mich von meinem Wegbegleiter ab, dem ich bis zum Ziel über zwei Minuten abnehmen sollte.

Ich sammelte einen nach dem anderen ein. Nun lag mir die Strecke auch mehr, bergab ging viel besser als am Start und im Flachen konnte ich Tempo machen. Die wenigen kurzen Gegenanstiege waren auch kein Problem. So gefiel mir das. Ich war schnell unterwegs und mir ging’s supergut. Schade, dass der Beginn so bescheiden war. Bei Km 19 überholte ich einen, der mich nach 3 Kilometern hat stehen lassen und eigentlich einen sicheren Vorsprung hatte. Auf den letzten zwei Kilometern, die fast nur noch bergab gingen, habe ich dem noch 30 Sekunden abgenommen! So „flog“ ich also ins Ziel und hätte eigentlich noch weiter laufen können...

Selbst mein Vater, der diesmal nur Zuschauer war, meinte, ich hätte noch so locker ausgesehen, als wenn ich gerade ein lockeres Trainingsläufchen über 5 Km absolviert hätte. Na gut, ein bisschen anstrengender war’s schon, aber dass ich Zeit verschenkt habe, ist klar. Nur gut, dass der vor mir Platzierte zwei Minuten schneller war, sodass es auch mit einer besseren Leistung schwer geworden wäre mind. einen Platz besser da zu stehen.

 

Alles in allem ist der Rennsteiglauf gut organisiert (bis auf die Kleiderbeutelabgabe) und die Laufstrecke ist wunderschön, auch wenn man sich etwas weniger Geröll wünschen würde...

ach ja, die After-Run-Party sollte man auch mal mitgemacht haben ;-)

 

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