Mi
15
Jul
2009
Rund um Ratekau
Nach dem Bekanntwerden, dass Lennart Sponar nicht bei Rund um Ratekau antreten würde, machte die lokale Presse mich zum Favoriten für die 15 Km. Damit hatte ich zwar kein Problem, aber ich war wohl fast der einzige, der vorher wusste, dass noch ein sehr guter Konkurrent, Volker Goineau aus Kiel, mit am Start war. Für alle anderen stand ich eigentlich schon vor’m Start als Sieger fest und viele behaupteten, dass das doch „locker“ klappen würde. Welch Erwartungshaltung und wieder mal Druck von außen. Aber ich kann damit (zum Glück) gut umgehen.
Natürlich wollte ich gewinnen, aber da war ich ja nicht der einzige und ob ich gewinnen würde, war eine andere Frage, die auf der Strecke geklärt werden müsste.
Vom Start weg war es das enge Rennen, das ich erwartet hatte. Für die Zuschauer war es sicherlich unerwartet, aber spannender, als wenn nur einer vorweg laufen würde.
Auf den ersten Kilometern ging’s mir besser als ich dachte, denn 1 ½ Tage zuvor bin ich ja erst in Hamburg 15 Km gelaufen. Davon war kaum etwas zu spüren.
Wir waren schnell unterwegs, was wahrscheinlich daran lag, weil jeder schon einmal antesten wollte, wie gut der andere drauf war. Wir liefen nebeneinander, keiner wollte Schwäche zeigen... Man kann vielleicht taktischer laufen, aber hier war das dann mal nicht so.
Bis Km 6 sind wir so gelaufen, dann ging’s in die Hügel oder Ratekauer Alpen wie manche sagen. Dort wollte ich eigentlich die Entscheidung suchen... es kam aber anders. Volker ist den ersten Anstieg zur Autobahnbrücke so schnell hoch gelaufen, dass ich mich hinten rangeklemmt habe. Auf dem letzten Abschnitt hatte ich dann ein paar Meter verloren, die ich runter aber wieder aufholen konnte. Und so ging das Spiel weiter: die Hügel hoch hab ich immer ein paar Meter verloren, runter wieder aufgeholt. Dennoch rissen ja immer kleine Löcher, die ich zulaufen musste – das war schon schwierig. Nach der Verpflegungsstation (kurz vor Km 9) kommen noch drei kleinere Anstiege, wovon ich den letzten dann endlich mal das Tempo bestimmt habe. Es waren also schon 10 Km gelaufen und noch keine Vorentscheidung gefallen. Na gut, hab ich mir gedacht, Anfang Blüchereiche versuch ich es wegzukommen. Bis dahin hatten wir uns dann auch nur noch belauert. Ich verschärfte das Tempo, aber er ging mit und als ich nachließ, kam seine Tempoverschärfung. Das war ein echter Kampf – auch mit dem inneren Schweinehund. Ich wollte aber keinen enttäuschen (an der Strecke riefen so viele Leute meinen Namen... DANKE an alle, die mich angefeuert haben) und leistete Gegenwehr. Wir waren verdammt schnell – aber beide auch ziemlich am Limit. Am Ende der Blüchereiche (Km 13), dort wo das Waldgebiet beginnt, wollte ich es dann noch einmal versuchen... und dort hat es zum Glück auch geklappt. Er konnte nicht mehr mitgehen und mein Vorsprung wuchs ziemlich schnell an. Im Ziel waren es dann 15 Sek und ich hab zum ersten Mal Rund um Ratekau gewonnen. Auch wenn die Zeit schlechter als im vergangenen Jahr war (da bin ich nicht vorher noch einen Wettkampf gelaufen), das Rennen in diesem Jahr war auf jeden Fall viel härter.
Und letztendlich hatten ja wieder alle recht: Dennis gewinnt ;-)
Dennis Mehlfeld

