Mo

03

Aug

2009

Karwendelberglauf

Ob ich je wieder einen Berglauf mache, das wurde ich im letzten Jahr nach dem Lauf zur Zugspitze gefragt. Schon da war mir klar: natürlich wird es mich wieder in die Berge ziehen – so konnte ich das ja auch nicht stehen lassen. Also suchte ich mir eine neue Herausforderung und stieß auf den Karwendelberglauf mit Start in Mittenwald. Zu bewältigen waren 10,6 Km und 1381 Hm.

Das Wetter war diesmal super. Schon am Start waren 20°C und keine Wolken am Himmel. Es konnte losgehen. Der erste Kilometer war flach – und dementsprechend schnell. Auch der zweite Kilometer war noch moderat, dann ging’s zum ersten Mal heftig zur Sache. Der Weg war zwar noch geteert, aber so steil, dass man nicht wirklich das Gefühl hatte, man komme voran. Hier verlor ich dann auch den Kontakt zu den Spitzenläufern, aber das war ja sowieso zu erwarten gewesen und außerdem wollte ich in diesem Jahr „nur“ das Ziel erreichen. Der Teerweg nahm sein Ende, es ging auf einem breiten Schotterweg weiter und vorerst nicht mehr ganz so steil bergauf. Nach 5 Km war ich mit 25:00 Min noch gut dabei, dann wurde es aber immer schwerer. Man bog auf einen „richtigen“ Wanderweg/-pfad ab und musste dort auf die Baumwurzeln und Steine aufpassen, zudem war es wieder steil geworden. Das war mir zu heftig geworden, sodass ich viel früher als geplant mit Gehen anfing. Von dort an wechselten sich Lauf- und Gehschritt immer wieder ab. Man erreichte an der Dammkarhütte (1667m üNN) die zweite Verpflegungsstation und ab hier musste man auf Geröll weiterlaufen bzw. gehen. Das hat mir überhaupt nicht gefallen, mit kleinen Schritten vorangegangen und trotzdem immer wieder bisschen herunter gerutscht. Aber es gab „Anfeuerung“ – auf dem Weg stand jemand mit einem Dudelsack... und irgendwie waren die schottischen Klänge ganz angenehm. Nach der steilen Geröllpassage und der dritten Verpflegungsstation musste man ein nicht gerade kleines Schneefeld überqueren. Vor zwei Jahren hätt’ ich das unheimlich ulkig gefunden und mich gefreut, nach dem letzten Jahr hat sich das aber geändert. Natürlich musste ich an den Zugspitzlauf denken und irgendwie war es trotz strahlendem Sonnenschein kalt geworden (aber gefroren hab ich nicht). Ich bin sooo langsam über den Schnee gestapft, ich wollte nur nicht mit den Händen in den Schnee greifen. Das Schneefeld wurde überquert und es ging mit steilen Bergaufpassagen weiter – größtenteils wieder mit Steinen unter den Füßen. Knapp 700m vor dem Ziel musste man durch einen Tunnel laufen (natürlich auch bergauf). Dort bin ich fast blind durch, nachdem die Sonne die ganze Zeit geschienen hat, konnte das spärliche Licht im Tunnel kaum helfen. Am Ende des Tunnels war man dann wieder von der Helligkeit geblendet und es ging die letzten Meter bergan. Nach 1:19:00 erreichte ich als 40. das Ziel oberhalb der Karwendelgrube auf 2291m Höhe.

Der Lauf selbst ging zwar iO, aber so richtig Spaß hatte ich nicht, sodass ich mir gesagt hab, dass ich nie wieder einen Berglauf mache.

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Am Tag danach war ich auf der Zugspitze. Ich bin die Strecke (ab Sonnalpin, 2560m üNN), die ich letztes Jahr nicht mehr absolvieren konnte, gewandert/geklettert... diesmal bei Sonnenschein ;-) Und das hat mir viel Spaß gebracht – und Motivation. Es ist einfach viel schöner einen Berg zu Fuß zu „erklimmen“ als mit der Seilbahn. Und wenn man aus dem Tal starten möchte, gibt’s keine bessere Möglichkeit als einen Berglauf zu machen. Also werde ich doch irgendwann wieder an einem Berglauf teilnehmen ;-)

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