So

23

Aug

2009

Deutsche Meisterschaften im Rückwärtslaufen (retro running)

Ja, ich laufe auch rückwärts – und das schon seit mind. zwei Jahren. Natürlich nicht in aller Regelmäßigkeit, aber auf einmal die Woche komme ich schon (max. 2 Km am Stück)... so sah ich mal im Internet nach, wie bekannt Rückwärtslaufen ist und siehe da, es gibt sogar eine eigene Homepage dafür. Die begeisterte mich immer mehr, nur leider gab’s keine richtigen Wettkämpfe und wenn, dann nur in Süddeutschland. Umso überraschender als ich dann sah, dass in diesem Jahr die Deutschen Meisterschaften in Borgholzhausen stattfinden würden. Natürlich ist das nicht wirklich im Norden, aber nördlicher geht’s wohl kaum in den nächsten Jahren. Also ging’s für mich nach Borgholzhausen zur DM im retro running. Gemeldet hatte ich für die 400 und die 800m.

Nach einer kurzen Aufwärmphase (vorwärts) war dann auch schon der erste Start für mich über 800m. Es war irgendwie doch anders als im Training. Nun musste man sich ja richtig mit den Hacken voran an die Startlinie stellen. Das war schon merkwürdig. Dann war Start und der ging ganz gut, denn ich ging als Zweiter in die Kurve. Und da kommen wir zu dem Problem beim Rückwärtslaufen: ich habe den Ersten ja nicht gesehen und musste deshalb mein eigenes Tempo laufen. Die hinter mir Platzierten, also die, die ich sehen konnte, waren weit genug weg, so dass von denen kein Druck ausgeübt wurde. Ich habe nur an den Zurufen gemerkt, dass der Erste noch in unmittelbarer Nähe war und versuchte so nach 500m noch mal Druck aufzubauen... er konnte mich ja sehen und dementsprechend gegenhalten – und dann setzte er sich 150m vor dem Ziel leicht ab (wurde mir so erzählt =D). Aber mein selbst gestecktes Ziel von einer Zeit unter drei Minuten habe ich erreicht und bin damit deutscher Vizemeister geworden. Insgesamt waren über die 800m neun Teilnehmer am Start.

Über die 400m sah das schon anders aus. Es gab sechs Zeitendläufe mit insgesamt 16 Teilnehmern. Ich wurde in den letzten Lauf gesteckt, zusammen mit dem deutschen Meister über 800m, den deutschen Meister über 100m und noch einen schnellen Rückwärtsläufer. Und ich hatte den Schwarzen Peter gezogen, denn ich musste auf der Innenbahn laufen und konnte somit keinen anderen Kontrahenten sehen. Naja, also hieß es wieder das Rennen klug einteilen und das eigene Tempo laufen. Auf den ersten 250m bin ich ziemlich „allein“ unterwegs gewesen, dann habe ich den neben mir Laufenden eingeholt und konnte noch ein wenig Gas geben. Wie ich mitbekam, holte ich auf den letzten Metern auf den Zweiten auf, aber der hatte wieder den Vorteil mich zu sehen. So reichte es für mich nicht mehr ganz ihn einzuholen. Die Strecke hätte nur zehn Meter länger sein müssen ;-) Dennoch bin ich mit Platz drei nicht ganz unzufrieden und Spaß habe ich definitiv gehabt.

Auch die anderen Wettbewerbe hatten es in sich, so war es sehr schön mitanzusehen, wie bei den 4x100m gewechselt wurde oder wie unterschiedlich die Laufstile rückwärts sein können. Und einen Weltrekord gab es auch und zwar bei den 800m der Frauen.

Aber v.a. der Spaß stand bei allen im Vordergrund und deshalb hat mir die Veranstaltung richtig gut gefallen – mal sehen, wann und wo der nächste Rückwärtslauf ansteht...

 

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