Sa

26

Jun

2010

Brüder Grimm Lauf - 1.Etappe, Rotkäppchen-Etappe

Auf meiner Suche nach Laufveranstaltungen jeglicher Art, stieß ich auf den Brüder-Grimm-Lauf. Nach genauerer Betrachtung war mir klar, da muss ich hin. Es ist ein Etappenlauf von Hanau (bei Frankfurt), Geburtsstadt der Grimm Brüder, nach Steinau an der Straße (hier verbrachten sie ihre Kindheit). An drei Tagen sollen 5 Etappen und insgesamt rund 80 Km absolviert werden. Und es sollte, laut Streckenprofil, teilweise sehr hügelig sein. Also wie für mich gemacht, denn da würde ich sicherlich Spaß daran haben. So meldete ich mich an und freute mich auf das zweite Juni-Wochenende.

Je näher dieses kam, umso gespannter wurde ich, da ich nicht absehen konnte, wie ich so ein Wochenende überstehen würde. Entweder gut oder nicht so gut, aber das musste jetzt erst einmal ergründet werden.

Dann war es soweit. Freitag, der 11.06.2010 war gekommen und ich machte mich auf den Weg nach Hanau.

 

In Hanau sollte die erste Etappe gestartet werden. Und da es der Brüder Grimm Lauf (im folgenden BGL) ist, sind dann auch alle Etappen nach Grimmschen Märchen benannt. Die erste Etappe heißt deshalb Rotkäppchen-Etappe. Sie ist ca. 16 Km lang und sehr flach. Zum Einstieg also gut geeignet.  

Doch bevor der Lauf am späten Nachmittag begann, wurde die Fußball WM in Südafrika eröffnet. Das wollte ich natürlich nicht verpassen, sodass ich mich erst einmal in ein Café gesetzt habe und mir die erste Halbzeit zwischen Südafrika und Mexiko ansah. In der Pause zog ich mich dann um und erwärmte mich, was sich an so einem schwülwarmen, heißen Tag ziemlich merkwürdig anhört. Eigentlich war mir schon warm genug. Beim Einlaufen kam ich dann zufälligerweise wieder an einem Fernseher vorbei und es fiel gerade das 1:0 für Südafrika. Ich hatte also alles richtig gemacht ;-) Nach der Tor-Wiederholung machte ich mich dann auf zum Hanauer Marktplatz, denn dort sollte pünktlich um 17.30h Start sein.

Auf dem schattenlosen Markt zu stehen, war so schlimm, dass ich mich freute, als der Startschuss fiel. Nicht, dass ich den Sonnenstrahlen weglaufen könnte, aber in Bewegung ist es ein klein wenig erträglicher gewesen. Wir liefen kurz durch Hanau und dann hinaus Richtung Rodenbach. Ich ging schnell in Führung (schneller als Südafrika :-D), doch nach einem Km wurde ich wieder von drei Mitstreitern eingesammelt. Das überraschte mich dann schon, aber gut, so würde es jedenfalls spannend werden. Doch nach drei Km war abzusehen, dass ich mit den Bedingungen (Strecke/Wetter) am besten zurecht komme und so löste ich mich dort schon wieder. Nun hatte ich nur noch den Führungsradfahrer als Begleitung. Er wies mir den Weg, immer entlang einer Bundesstraße und über Fahrradwege. Hier war es teilweise schattig, denn hier standen noch ein paar Bäume. Bei Km 8 lief man dann z.B. wieder zwischen Feldern entlang und hier brannte die Sonne dann doch ganz schön. Und die drückende Luft machte einem allmählich zu schaffen. Im Wald wurde es, was die Sonne betrifft, besser. Auch hier lief man einen geteerten Weg. Und es war wirklich flach. So wurde es immer langweiliger und kurz vor Schluss lief man auch noch einen ganz geraden Weg, ca. 2/3 Km lang nur geradeaus. Zum Glück kam das Ziel bald. Nach 52:29 Min kam ich als Tagessieger am Sportgelände in Niederrodenbach an. Ich hatte mir einen Vorsprung von zwei Minuten herausgelaufen. Im Ziel wurde ich dann zumindest ein bissl ausgefragt. So nach Zeiten und meinen Erfahrungen mit hügeligen Läufen. Ich war in der Gegend natürlich unbekannt und ganz viele dachten sich, dass der norddeutsche Flachländer in den Bergen wohl nicht so gut sein würde. Den Zahn sollte ich ihnen dann noch ziehen ;-)

Nach kurzem Kennenlernen mit den ein oder anderen Personen und der Info vom 1:1 im WM-Eröffnungsspiel musste ich schnell duschen gehen, denn der Bus nach Hanau wartete. Es war nämlich so organisiert, dass man sein Auto nachholen konnte – von Start zu Ziel sozusagen. Also fuhr ich mit dem Bus zurück nach Hanau und dann mit dem Auto nach Niederrodenbach, wo in der Sporthalle übernachtet werden konnte. Dort breitete auch ich meinen Schlafsack aus.

In Niederrodenbach konnte man sich gegen kleines Entgelt eine Portion Pasta inkl. Salat holen und die Portion war wirklich läuferfreundlich, weil es ganz schön viel Nudeln gab. Doch der Abend war ja noch jung. Ich machte mich deshalb auf den Weg um noch das zweite WM-Spiel (Frankreich-Uruguay) zu sehen. Ich fand ein kleines nettes Lokal und sah mir da das Spiel an. Zum Glück war ich in netter Gesellschaft, ansonsten wäre ich bei dem Spiel eingeschlafen. Ein anderer Läufer (Heiko, s. Gästebucheintrag) gesellte sich auch dazu und so kam man ins Gespräch. Nach dem Spiel ging es dann schleunigst ins Bett, denn der nächste Tag würde ja kein ruhiger werden.

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