Mo
04
Apr
2011
Hochbrückenlauf
Zwei Wochen vor Rotterdam wollte ich keinen langen Wettkampf mehr laufen, also entschied ich mich für die „Kurzstrecke“ beim Hochbrückenlauf. Die Highlights des Laufes hat man auch auf der „kurzen“ und das sind die zwei zu überquerenden Hochbrücken. Somit fiel die Wahl nicht schwer. Außerdem hatte ich in der Woche noch einmal viel trainiert, sodass 15,4Km langten.
Morgens war es noch ganz schön frisch, was teils auch an der Zeitumstellung lag. Um 7.30h waren es –4°C! Mit so einer Kälte hatte ich nicht gerechnet. Zum Glück wurde es bis zum Start bissl wärmer. Wir starteten bei 2°C und wolkenlosem Himmel. Hieß für mich: dreiviertel Hose, langes Laufshirt... und Handschuhe. Am Kanal entlang ist es eigentlich immer windig, also dachte ich, ich wäre so gut gewappnet. Ich lief vom Start weg alleine vorne und wurde so meiner zugeschriebenen Favoritenrolle gerecht. Die ersten 4 Km gehen ein wenig durch den Wald und bissl durch Kiel-Erlenkamp und –Suchsdorf bevor es dann die erste Hochbrücke hochgeht (Levensauer Hochbrücke). Diese Brücke kann eigentlich gut hochgelaufen werden, da die Steigung nur langgezogen und dadurch nicht steil ist. Oben angekommen wagte ich einen flüchtigen Blick über den Nord-Ostsee-Kanal. Es fuhr gerade ein Containerschiff unter der Brücke hindurch. Ich fragte mich, ob ich das noch einholen würde, weil ich kurze Zeit später eben in diese Richtung laufen musste. Das sind so die kleinen Fragen (und Ziele) mit denen ich mich zwischendurch beschäftige, wenn ich denn alleine vorweg laufe ;) Jetzt ging es erst einmal die Brücke wieder herunter – auch langgezogen und somit eine gute Möglichkeit die Beine schnell laufen zu lassen. Km 5 passierte ich nach 16:08 Min. Hätte ich gar nicht gedacht, fühlte sich nämlich nicht so an. Nach etwas mehr als 6,5 Km kam man dann an den Kanal. Hier hat man eigentlich immer Gegenwind. Doch diesmal wehte es ganz leicht von hinten – Rückenwind! Es ging jetzt rund 4 Km am Kanal entlang. Flache Strecke, Rückenwind – die Zeit bei Km 10 entsprechend: 32:08 Min. Und das Containerschiff hatte ich auch noch eingeholt :) Aber ich fühlte mich jetzt schon ziemlich platt und musste dem hohen Anfangstempo und den vielen Wochenkilometern Tribut zollen – ausgerechnet nun, wo die Holtenauer Hochbrücke zu überqueren war. Sie ist deutlich steiler als die erste Hochbrücke und hier quälte ich mich wirklich hinauf. Oben war der Blick dann nur noch geradeaus gerichtet... jetzt ging es zum Glück herunter. Man lief noch ein kurzes Stück entlang des Kanals doch auf dieser Seite ist die Strecke welliger. Ich mobilisierte die letzten Kräfte, gleich war es geschafft. Km 15 wurde erreicht: 49:31 Min. Nun ging es auf den Sportplatz und nach einer Runde kam ich müde, erschöpft, aber glücklich ins Ziel (50:53 Min). Eine lange Trainingswoche lag hinter mir und ich war jetzt nur froh, dass alles so geklappt hat, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Dennis Mehlfeld

