So
01
Mai
2011
Kaltenkirchen... und ich kann's doch!
Es war der erste Lauf nach dem Marathon in Rotterdam. Der Kopf war noch nicht wieder ganz frei und klar und die drei Wochen dazwischen hatte ich eigentlich kaum mehr trainiert. So hielt sich die Vorfreude auf Kaltenkirchen in Grenzen. Worauf ich mich freute, war auf das Bad in der Holstentherme im Anschluss. Doch vorher sollte noch die Entscheidung um den „Holstenthermepokal“ fallen.
Ich war - wieder einmal - klarer Favorit auf den Sieg und die Veranstalter hatten sich im Vorfelde bemüht, Infos über mich zu sammeln. So wurde ich kurz vor dem Start mit einer Auflistung meiner größten Erfolge begrüßt. Das tat mir, so 3 Wochen nach Rotterdam, richtig gut. Und sie erwähnten sogar meine Erfolge im Rückwärtslauf… das war das eigentliche Highlight ;)
Dann ging es endlich los – Frustabbau, Schuhtest, Formüberprüfung. Dieser Lauf sollte etwas Klarheit verschaffen. Angepeilt hatte ich eine Zeit um die 32 Minuten, nach Möglichkeit eher drunter.
Die ersten Meter lief ich aber nur hinterher. Am Tage zuvor wurde Borussia Dortmund deutscher Meister. Das war wohl Grund genug für den jungen Kerl auf den ersten Metern ordentlich Gas zu geben um stolz sein Dortmund-Trikot zu präsentieren. Nach ca. 700m war dann aber Schluss für ihn an der Spitze. Ich holte ihn ein und überholte ihn sogleich. Von nun an lief ich allein. Der Kaltenkirchener Kurs ist ein 5-Km-Rundkurs. Der Wind, der wehte, kam also aus allen Richtungen. Zunächst ging es gegen den Wind. Dann ein, zwei Kurven und es wehte von der Seite. Das windanfälligste Stück kam dann bei Km 3+8. Hier lief man zwischen zwei Feldern. Der Wind kam von schräg vorne. Aber es war alles kein Problem. Ich lief meinen Stiefel – immer hinter dem Polizei-Motorrad hinterher. Die erste Runde hatte ich nach 15:37 Minuten hinter mir. Ich war überrascht, dass es so gut lief. Anfangs der zweiten Runde machte mir dann der Gegenwind schwer zu schaffen und der erste Km war mit 3:13 vergleichsweise langsam. Doch es folgte kein Einbruch. Ich konnte mich noch einmal zusammenreißen und lief und lief und lief. Obwohl es eigentlich mehr Kampf war. Doch ich wollte eine gute Zeit laufen. Die Beine wurden immer schwerer und die gleichen „Problemzonen“ wie in Rotterdam traten auf. Doch hier war ich nun schon auf dem letzten Kilometer, sodass das nicht ins Gewicht fiel. Nach 31:34 Minuten war ich im Ziel. Eine Zeit, die ich so nicht erwartet hatte und mich deshalb zufrieden stellt. Abgesehen davon, ist sie ja auch gar nicht so schlecht.
Die Form ist also da. Der Frust war damit teilweise abgebaut. Und der Schuhtest ergab, dass ich diese Schuhe nur noch auf Wettkampflängen von max. 10 Kilometer trage.
P.s.: Das Dortmund-Trikot versank irgendwo im Mittelmaß. Ein Vorzeichen für die nächste Saison? ;)
2. P.s.: Wer das mit den Schuhen nicht verstanden hat, muss auf den Rotterdam-Bericht warten :)
Dennis Mehlfeld

