Do
16
Jun
2011
Der Doppelpack: "LzdM" und Europalauf
Der Lauf zwischen den Meeren
10 Läufer, 97,3 Km, von Husum (Nordsee) nach Damp (Ostsee). Wie im letzten Jahr wollte ich bei diesem Staffellauf für meinen Arbeitgeber, die Damp Holding AG, an den Start gehen. Zunächst war ich für die 3. Etappe (von Hollingstedt nach Dannewerk, 11,1 Km) eingeplant. Das sollte einen Tag vor dem Europalauf in Neustadt auch genug sein. Doch drei Tage vor der Veranstaltung wurde bekannt, dass ein Läufer unseres Teams krankheitsbedingt absagen musste. Wir hatten keinen adäquaten Ersatz, so dass einer doppelt laufen sollte... und wer konnte nicht „Nein“ sagen? ...genau... ich. So wurde für mich kurzerhand ein Fahrzeug besorgt, dass mich von meinem Zielort Dannewerk zum Wechselpunkt nach Gut Hemmelmark bringen sollte. So durfte ich die 3. und die 9. Etappe (von Gut Hemmelmark nach Waabs, 10,6 Km) laufen – zusammen 21,7 Km. Aber immerhin sollte ich bissl Pause dazwischen haben.
Zunächst ging es nach Hollingstedt, wo ich länger auf meinen Staffelkollegen warten musste als geplant. Die Marschroute war damit klar. Ich musste aufholen, wollten wir doch unseren 5. Platz aus dem Vorjahr verteidigen. Der Weg nach Dannewerk führte entlang einer Landstraße, war flach und wir hatten sehr hilfreichen Rückenwind, sodass ich mir noch nötige Körner für die schwerere 9. Etappe aufheben konnte. Dennoch war ich schnell, Zwischenzeit bei Km 5 war so bei 16:15. Ich holte dabei auch auf und gab dem einen oder anderen zumindest für ein paar Meter noch Windschatten bevor ich davonzog ;) Km 10 kam und die Zwischenzeit: 32:30. Ich war voll im Soll und übergab 1,1 Km später an meinen Teamkollegen. Meine erste Etappe war geschafft und ich wurde – nach dem ich mich kurz umgezogen hatte – sofort von „meinem Chauffeur“ zum Wechselpunkt nach Gut Hemmelmark gefahren. Dort hatte ich dann noch fast zwei Stunden Zeit bis es für mich weiterging. Also hatte ich mich erstmal schön in die Sonne gelegt :) So langsam trudelten dann auch hier wieder bekannte Gesichter ein und somit verstrich die Zeit wie im Fluge. An Platz 10 gelegen kam dann mein Mannschaftskollege an. Die zwei Teams vor mir hatten nicht allzu viel Vorsprung, sodass ich auf jeden Fall unter die Top Ten laufen konnte. Nach drei Kilometern war es soweit, ich hatte beide Läufer hinter mir gelassen. Diese 9. Etappe war da aber noch längst nicht gegessen. Es war eine recht wellige, profilierte Strecke und der Wind kam zwar noch von hinten, aber nicht mehr direkt, sondern von schräg hinten. Ich gab richtig Gas. Ich hatte keine Sekunde an Neustadt gedacht, sondern nur daran diese Etappe so schnell wie möglich hinter mich zu bringen. Nach 10,6 Km und 33:37 Minuten hatte ich es geschafft und das Team auf Platz 8 geführt. Diesen Platz retteten wir ins Ziel. Mit insgesamt 6h 09:50 Minuten waren wir knapp vier Minuten schneller als im Vorjahr, aber drei Plätze schlechter. Aber wichtiger als die Platzierung ist bei so einer Veranstaltung ja eh der Spaß. Und den hatten wir auf jeden Fall.
Europalauf Neustadt
Keine 24 Stunden nach meinem Doppelstart beim LzdM stand ich in Neustadt beim Europalauf in den Startlöchern. Traurigerweise fast ganz alleine. Lockte dieser traditionelle Lauf vor einigen Jahren noch Hunderte von Läufer an, so war es in diesem Jahr eher die graue Maus im Laufkalender. Nur 67 Läufer liefen den Halbmarathon, gar nur 61 die 10 Km. Da musste also nicht nur ich ganz alleine laufen. Im Gegensatz zu allen anderen hatte ich wenigstens einen Radfahrer dabei :) Ich lief zu einem ungefährdeten Sieg. Nach 10 Km war sogar noch eine Zeit von unter 1:10h möglich, doch dann kam das Flachstück, auf welchem sich der Vortag bemerkbar machte. Bis hierhin lief man durch die Stadt, über’s wellige Land – von Neustadt nach Rettin. Ab Rettin (Km 10) ging es dann gegen den Wind auf der Ostseepromenade zurück. Die fast 5 Km waren so flach wie es nur geht, doch der Wind und meine schwindenden Kräfte führten dazu, dass dieser 5-Km-Abschnitt mit 17:08 Minuten der langsamste in meinem Rennen werden sollte. Selbst die darauf folgenden 5 Km waren 12 Sekunden schneller, obwohl es wieder hügelig wurde. Kurz vor dem Ziel fing dann auf einmal meine Ferse an zu schmerzen. Was daraus wurde, habt ihr ja erfahren. Aufgeben war jetzt aber nicht drin. Ich lief zu Ende und mit 1:10:47 sogar eine sehr anständige Zeit. Nach dem LzdM hatte ich eher mit einer Minute mehr gerechnet, von daher war ich überrascht, dass es doch so viel schneller ging.
Die nächste Überraschung lieferte die Frauengewinnerin ab, die als insgesamt Zweite (also „direkt“ (12½ Minuten) nach mir) ins Ziel kam. Der zweitplatzierte Mann kam noch einmal 4 Minuten nach ihr. Ich find es einfach nur schade für diesen Lauf. Er wird super gut organisiert und hat meiner Meinung nach eine schöne, abwechslungsreiche Strecke und verdient absolut mehr Teilnehmer. Und wenn ich dann nur Zweiter werde, hauptsache Konkurrenz :) Also: wir sehen uns im nächsten Jahr in Neustadt! :)
Kommentare: 1
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#1
Hey, Dennis!
Vielleicht laufe ich ja auch mal wieder in Neustadt, aber der Lauf liegt so blöd mitten in der Bahnsaison und es kann ja auch sehr heiß sein. Eine gute Zeit ist bei dem Streckenprofil eh nicht drin und als Spaßlauf ist ein HM mir dann doch ein bisschen lang (schließlich braucht man danach einiges an Erholung).
Außerdem liegt es ja auch am Veranstalter, für ordentliche Teilnehmerfelder zu sorgen. Rolf Glagau sollte z.B. uns beiden zumindest mal einen Freistart anbieten!! Auch Leute aus anderen Ländern könnten doch mal wieder eingeladen werden, schließlich heißt der Lauf doch "Europalauf"! Und was die breite Masse anbelangt, müsste wahrscheinlich auch die Attraktivität seitens des Veranstalters gesteigert werden.
Grüße
Volker 
Dennis Mehlfeld
