"Mein" Mitternachtslauf

Der letzte Freitagabend im Juli wird seit 8 Jahren immer fett markiert, denn dann steht der Mitternachtslauf in Heiligenhafen an. Es ist einer der wenigen Läufe, die ich jährlich mache – dass es mein Lieblingslauf ist, weiß ja fast jeder.

Nun war es wieder soweit. Als dreimaliger Sieger war ich natürlich Favorit und ich war ja auch angereist um zum vierten Mal zu gewinnen. Allerdings sollte mich starke Konkurrenz erwarten, was ich aber erst vor Ort erfuhr. So kam mir zu Ohren, dass der Deutsche Marathonmeister von 2007 mit am Start sein würde. Auf so etwas war ich nicht unbedingt vorbereitet – aber ich hatte ja noch genügend Zeit mich stark zu reden und zu motivieren ;-)

Es wurde allmählich dunkler und als ich mich auf dem Sportplatz warm machte, war da wieder diese unbeschreibliche Vorfreude auf den Lauf... ich fühlte mich einfach gut.

Dann ging’s um 23 Uhr endlich los. Vom Start weg wollte ich zeigen, dass der Sieg nur über mich gehen würde. So verließ ich als Erster das Stadion, dicht gefolgt vom deutschen Meister. Das Tempo war ziemlich hoch, aber ich wollte ihm keine Chance lassen vorne zu laufen. So waren die Hügel(chen) am Anfang schnell überlaufen und ab Km 3 war er nicht mehr in unmittelbarer „Hörweite“. Nun musste ich nur noch durchziehen. Die Zuschauer „trugen“ mich wieder durch Heiligenhafen, sodass ich nach 5 Kilometern (15:23) eine super Zeit hatte. Dass die zweite Hälfte nicht mehr so schnell gehen würde, war mir klar, dafür waren die ersten fünf doch zu schnell (die waren schneller als bei der DM in Karlsruhe, wo die Strecke vollkommen flach war...). Aber vorne bleiben, das würde ich  - da war ich mir sicher. Es ging zur Promenade, auf der man Gegenwind hatte. Ich war froh als ich das Feriendorf erreichte, dort war wieder Stimmung und es war nicht mehr so weit bis ins Ziel ;-) Bei Km 9 blickte ich dann noch mal auf die Uhr und sah, dass ich meine persönliche Bestzeit kaum noch erreichen könne, zumal man ja noch zum Sportplatz „hoch“ laufen muss. Aber das war egal – eigentlich wollte ich gewinnen und das tat ich auch. Und der letzte Km war doch ganz schön schnell und mit 31:31 bin ich nur sechs Sekunden über meiner Bestzeit geblieben. Im Ziel hatte ich knapp 50 sek Vorsprung auf den Zweiten – den deutschen Marathonmeister. Das hört und fühlt sich einfach gut an ;-)

Ich habe es also geschafft und habe jetzt mit vier Siegen mit dem bisherigen „Rekordsieger“ Ulf Wendler gleichgezogen. Nun werde ich natürlich versuchen zum fünften Mal zu gewinnen – und vielleicht schaffe ich es noch irgendwann den Streckenrekord (30:58) zu verbessern, so weit weg davon bin ich ja nicht

mehr ;-)

Auf jeden Fall freue ich mich jetzt schon wieder auf den letzten Freitagabend im Juli 2010!

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