Unglaublich, aber wahr...

Der Triathlon in Dahme ist eine willkommene Abwechslung für den Läufer-Alltag. Es ist ein Volkstriathlon, wo man einmal um die Seebrücke schwimmen muss, dann rund 12 Km Rad fährt und noch ca. 3,5 Km läuft... wer einmal wissen möchte, wie sich ein Triathlon anfühlt, der ist hier genau richtig. Selbst ich trau mich hier an den Start, weil das Schwimmen nicht allzu weit ist und es einfach mal Laune macht, was Anderes zu tun ;-)

Aber es sind natürlich auch „richtige“ Triathleten mit am Start, so richtig mit Neopren, High-Tech-Rad und Klickpedalen... einer hatte in diesem Jahr sogar einen windschnittigen Zeitfahrhelm dabei. Und ich trug ne alte Badekappe im retro-look und zwar beim Schwimmen, Radfahren und Laufen ;-)

Wir fuhren wieder alle gemeinsam vom Sportplatz an die Ostsee und bugsierten unsere Räder in der „Wechselzone“, dann ging’s an den Strand. Hier begann der Spaß. Na gut, das Schwimmen an sich ist ja nicht so lustig, aber bis wir wirklich anfangen durften, hat’s noch ein bisschen gedauert. Der Starter wollte allen noch einmal das Startsignal „Auf die Plätze, fertig, los!“ erklären, aber als diese drei Worte fielen, rannten viele einfach los und stürzten sich in die Fluten, u.a. auch ich. Als ich die ersten Schwimmzüge tätigte, hörte ich Pfiffe von hinten und von der Brücke. Da musste ich mich umdrehen und sah viele Mitstreiter, die wieder Richtung Strand gingen – es war ein klassischer Fehlstart. Ungefähr fünfzehn gute Schwimmer konnte man aber erst ganz spät stoppen und wieder zurückholen, die hatten schon fast die Hälfte der Strecke zurückgelegt. Tja, wer nicht zuhört ;-)

So starteten wir ein zweites Mal, nun musste also wirklich geschwommen werden... für meine Verhältnisse ging das ganz gut – bis zur Hälfte ;-) Mit den Wellen von hinten kam ich nicht ganz so gut zurecht, aber es gab zum Glück eine Sandbank zwischendurch, wo ich „laufen“ konnte. Dann war das Schwimmen und somit das Schlimmste schon geschafft und der Wechsel auf’s Rad war ganz iO. Ich fuhr los, zusammen mit einer Triathletin – nur bedrückender Weise hatte diese mehr Beinkraft (oder das bessere Rad) und fuhr mir davon... dennoch ging das Radfahren nach dem Einrollen ganz gut und ich überholte schon einige – selbst überholt wurde ich nur von einer anderen Person. Dann kam endlich die Disziplin, für die man sich abgestrampelt hat – das Laufen. Ich weiß nicht als Wievielter ich gewechselt habe, aber ich überholte einige. Wenn Triathleten etwas nicht können, dann ist es meist laufen umgekehrt machen viele Läufer keinen Triathlon wegen des Schwimmens. Hier konnte man die zwei Welten wieder gut erkennen, wir Läufer waren auf der Laufstrecke alle klar im Vorteil. Es ist eine Wendepunktstrecke und ich fragte mich, wann die ersten mir entgegen kommen würden – in den Vorjahren war das immer viel früher als jetzt. Dennoch hatten die auch in diesem Jahr gehörigen Vorsprung, dann kam eine Lücke und siehe da, am Wendpunkt war ich Vierter – unmittelbar hinter dem Dritten. Diesen überholte ich und freute mich, dass ich es in diesem Jahr sogar auf’s Treppchen schaffen würde. Die beiden Führenden hatten sehr viel Vorsprung und es waren ja keine zwei Kilometer mehr zu laufen. Ich lief also mein Tempo weiter und war erstaunt, wie schnell die große Lücke immer kleiner wurde. Nun wollte ich auch gewinnen und gab noch einmal Gas – ich war mir aber nicht sicher, ob ich die noch einholen könnte. Der Zieleinlauf war dann wie bei einer spannenden Tour-de-France-Etappe, wo die Ausreißer kurz vor dem Ziel noch eingefangen werden. 150m vor dem Ziel ging ich in Führung und gab diese auch nicht mehr her.

Nun habe ich sogar einen „Triathlon“ gewonnen – unfassbar ;-)

Aber eine Frage bleibt:

Ich hatte sechs Sekunden Vorsprung – aber wie wäre es ausgegangen, wenn die Führenden nicht noch vor dem Laufen die Schuhe hätten wechseln müssen? (aus den Klick-Schuhen in die Laufschuhe)...

Tja, manchmal ist man mit einfacheren Mitteln sogar im Vorteil – oder es lag doch an der Badekappe ;-)

 

 

 

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Thorsten Mehlfeld (Freitag, 14 August 2009 13:31)

    Hallo Dennis,
    dein Dahmebericht ist wirklich super!aber ob ich dir nächstes Jahr meine uralte Badekappe überlasse, kann ich nicht versprechen. Vielleicht kann auch ich dann gewinnen :)