Deutsche Meisterschaften über 10 Km

Es war wieder soweit: Deutsche Straßenlauf-Meisterschaften über 10 Km. Und das in der Weltstadt Otterndorf (bei Cuxhaven)... Naja, immerhin im Norden... aber Karlsruhe ein Jahr zuvor war dann doch interessanter. Allerdings hatte Otterndorf auch seine Vorteile: einerseits war es nicht soweit weg, sodass wir mit einer größeren Gruppe aus unserem Verein angereist waren und andererseits war erst um 21.00h Start. Das hieß es würde dunkel sein – juhu, Verhältnisse wie in Heiligenhafen!

Das Gefühl war schon einmal ein gutes und als es dann allmählich dunkler wurde, ging’s los. Zunächst mit leichtem Aufwärmprogramm und dann zum Start. Hier war diesmal nicht so ein Chaos wie vor einem Jahr, denn man konnte sich nicht mehr von vorne in den Startblock hineinstellen... ich konnte mich jedenfalls gut platzieren. Dann wurden die Deutschen Meisterschaften gestartet. Wie bei solchen Läufen üblich, wurde sofort um die Plätze „gekämpft“ – mit Rempeln, schieben und in die Hacken treten... irgendwie gefällt mir diese Abwechslung im Vergleich zu einem Volkslauf ;-) Ich kam dabei gut weg und lief zunächst in der dritten Gruppe. Dort musste ich ja „nur“ mitlaufen bzw. mich ziehen lassen. Das ging ganz gut und die erste von fünf Runden war schnell vorbei. Die Strecke war eigentlich flach nur kurz vor dem Ziel ging’s kurz und leicht hoch und dann runter, aber das war iO und hat auch keine Zeit gekostet. So ging’s auf die zweite Runde und unsere Gruppe lief gut – gefühlt war es schnell, aber ich war so im Wettkampf drin, dass ich gar nicht auf die Uhr sah... nach der zweiten Runde löste sich unsere Gruppe so ein bisschen auf und ich lief mit einem von der LG Passau weiter. Bei Km 5 sah ich dann doch auf die Uhr: 15:14 – das sagte mir in dem Moment aber gar nix und war mir eigentlich auch schnuppe, ich wollte einfach nur alles geben und das tat ich. Dann war die dritte Runde geschafft. Nur noch vier Km... Der Passauer und ich wechselten uns schön in der Führungsarbeit ab. Nun begannen die ersten Überrundungen und kurz vor Ende meiner vierten Runde musste dann auch mein Vater dran glauben – ich hab’s viel früher geschafft als im letzten Jahr, das zeigte mir, dass ich flott unterwegs war. Dann ging’s auf die letzte Zwei-Km-Runde und die letzten Kraftreserven wurden mobilisiert. Den Passauer musste ich auf dem letzten Kilometer ziehen lassen, dennoch war ich auch noch dabei andere Läufer zu überholen. Als ich die Zieluhr sehen konnte, hab ich gedacht, die tickt nicht richtig. Trotzdem kämpfte ich um jede Sekunde. Eines war aber schon klar – es würde eine neue Bestzeit geben. Auf der Zielmatte stoppte ich meine Uhr und überprüfte sie auf Übereinstimmung mit der Zieluhr... und tatsächlich 30:19 !!! Hä? Wie geht das denn?

Mittlerweile sind paar Tage vergangen, aber ich habe immer noch keine Ahnung, wie ich das hinbekommen habe. Soooo geil. Natürlich waren bereits die Trainingsergebnisse super gewesen sowie die „Test-Wettkämpfe“ vorher (Berlin, Hamburg, Lübeck) – aber in meinen kühnsten Träumen hab ich, wenn überhaupt, von einer 30:30 geträumt. Das jetzt eine Nettozeit von 30:18 herausgesprungen ist... ich kann’s noch nicht fassen.

Mein Ziel unter die ersten Acht bei den Junioren zu kommen, habe ich nicht nur erreicht, sondern mit dieser Leistung gar übertroffen. Ich wurde im Gesamtfeld 11.(!) und holte mir die Bronzemedaille bei den Junioren!

Damit habe ich eine sehr, sehr gute Saison mehr als gekrönt und bin nun natürlich überglücklich.

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