So groß, so schön: der Göteborg-Halbmarathon (Göteborgsvarvet)

Der Anfang – reines „Glück“

Es soll der weltgrößte Halbmarathon sein. Das hatte ich mal irgendwo gelesen. Seitdem war klar: da muss ich auch mal hin. Um die 50-55.000 Läufer sollen da an den Start gehen und ich wollte auch. Eigentlich schon 2010. Doch als ich mich im Januar 2010 anmelden wollte, war der Lauf bereits ausgebucht. Wahnsinn! …dachte ich und notierte mir den Lauf für das Jahr 2011. Angela und ich sicherten uns rechtzeitig im September unsere Startplätze für den 21.05.2011. Welch Glück, dass wir dabei waren, denn Anfang Oktober kam die E-Mail: der Lauf ist ausgebucht. Wahnsinn! 59.417 Startplätze waren 7½ Monate vor dem Start vergriffen. Ach, wie war ich froh und die Vorfreude begann.

Im Februar hatten wir wieder Glück. Zumindest nach einer langen Suche. Findet mal 3½ Monate vor so einem Wettkampf eine Unterkunft in Göteborg für die Tage. Auf allen gängigen Hotelsuchseiten hieß es: keine Treffer für ihre Suche. Na, super. Durch Zufall - eher einem Glückstreffer - fanden wir dann doch noch ein Zimmer... und das Glück hielt an: das Hotel sollte sogar nur 4,5 Km vom Start entfernt liegen. Perfekt. Ein paar Tage später erreichte uns erneut eine E-Mail vom Veranstalter. Da es viele nicht geschafft hatten, sich eine Unterkunft zu sichern, hat der Veranstalter Schulen/Klassenräume zum Übernachten angeboten. Also hatten wir extremes Glück gehabt. Konnte das so weitergehen?

 

Es schien erst nicht so. Im April gab’s nämlich die Anmeldebestätigung mit der Startblockeinteilung darauf. Ich sollte in Startblock 16 starten. Um 15:39 Uhr. Die Eliteläufer und die Läufer, mit denen ich eigentlich hätte mithalten können, sollten bereits um 13.30h starten. In Göteborg starten die Startblöcke nämlich zeitversetzt, um der riesigen Läuferschar die Möglichkeit zu geben, die 21km auch durchzulaufen und damit die Chance annähernd „seine“ Zeit zu laufen. Somit zuerst die Schnellen und zuletzt die Langsameren und die Göteborg-Neulinge. Da war ich nun gelandet. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass ich meine Zeiten bei der Anmeldung angegeben hatte. Dem war aber nicht so, weil es auf der deutschsprachigen Infoseite darüber keine Infos gab, sondern nur auf der englisch- und schwedischsprachigen. Das fand ich dann aber erst im Nachhinein heraus. Änderungen waren nicht mehr möglich, weil die Startnummer mit dem Startblock bedruckt wurde. Somit kam für mich nur das olympische Motto „dabei sein ist alles“ in Frage. Laufen wollte ich trotzdem und wenn es nur Slalom ist. Ich freute mich dennoch auf den weltgrößten Halbmarathon. Pünktlich dazu kam auch das Glück wieder.

 

Do, 19.05. – die Hinfahrt

Es war Eile geboten: die Hotelrezeption sollte nur bis 22.00h besetzt sein. Also ging es sofort nach Feierabend los. Mit dem Auto. Erst nach Puttgarden zur Fährüberfahrt nach Dänemark (Rødbyhavn). Nach der kurzen Pause ging es quer durch Dänemark zur nächsten Fähre (Helsingør-Helsingborg). Hier kam das Glück wieder ins Spiel. Als wir in Helsingør ankamen, kam gerade auch eine Fähre an. Allerdings mussten wir uns so weit hinten in die Schlange stellen, sodass wir auf die nächste Fähre hofften. Doch die fast wieder abfahrbereite Fähre hatte noch Platz für ein paar Autos aus unserer Reihe. Wir kamen der Fähre immer näher. Bis uns der Einweiser stoppte. Shit, sollten wir das erste Auto sein, das auf die nächste Fähre warten muss? NEIN. Der Einweiser winkte uns (und nur noch uns) durch. Wir waren das allerletzte Auto, das auf die Fähre rollte! Kaum waren wir drauf schipperte das Schiff schon los. Das Glück war wieder da… bis mir einfiel, dass ich die Hotelbuchungsbestätigung vergessen hatte. Wir konnten somit das Navi nicht einmal mit der richtigen Zieladresse speisen :) Aber zum Glück habe ich so eine liebe Schwester, die mir die nötigen Daten noch herübergeschickt hat. Danke, Juli! :)

So kamen wir pünktlich um 22.00h am Hotel an und die Rezeption war glücklicherweise noch besetzt. Nun konnte das Göteborg-Wochenende beginnen.

 

Fr, 20.05. – Startunterlagen, Schlosspark, Stadtzentrum

Auf dem Tagesprogramm stand: Startnummern abholen, Stadterkundung und natürlich ein Läufchen.

Am Morgen ging es gleich zur Startunterlagenausgabe und somit auf das Eventgelände, welches genial gelegen ist. Mitten im Göteborger Schlosspark. D.h. rundherum nur sattes Grün und der ein oder andere Hügel war auch sichtbar. Es war richtig schön dort. Und es war noch nicht allzu viel los. Man konnte anhand der unzähligen Dixi-Toiletten aber erahnen welch Dimensionen das Ganze hier annehmen wird ;) Der Zielbogen war auch schon zu sehen – in einem kleinen Stadion, welches mit unzähligen Fahnenmasten mit teilnehmenden Länderflaggen „geschmückt“ war. Wir gingen weiter zur Eishalle, in der es die Startunterlagen gab. Dort war eine riesige Menge an Nummerlappen („nummerlappar“ schwedisch für Startnummer) zu sehen. Ach, wie schön Teil dieses Laufes zu sein.

Und ich erblickte den Helpdesk. Sollte ich doch noch einmal Glück haben? Ich machte meine Interessen zwecks der Startblockeinteilung deutlich und nachdem die freundliche Helferin im Internet gesehen hatte, dass ich tatsächlich so schnell bin, ging es auch hier ganz schnell. Meine Startnummer 57.000-irgendwas wurde gegen die Nr. 60 eingetauscht. Nun hieß es: Startblock Elite. Startzeit 13.30h. Ich war happy! :) Jetzt wollte ich auch eine gute Zeit laufen und der angestrebte 10 Km-Trainingslauf wurde kurzerhand auf 6 Km gekürzt. Vorher ging es aber noch über die für den großen Lauf vergleichbar kleine Messe, auf der es aber auch alles gab, was das Läuferherz begehrt – inkl. kostenloser Verköstigungen ;)

Dann ging’s zum Auto zurück. Dort wurde sich kurz umgezogen und dann ging es auf Erkundungstour durch den Schlosspark. Es war ziemlich hügelig, aber schön. Mitten im Schlosspark war auch ein öffentlich zugänglicher Tierpark, den wir auch mitnahmen. Es war richtig schön und ich strahlte mit der Sonne um die Wette :) Die letzte kurze Pause legten wir an einer ehemaligen uralten Skisprungschanze hin. Da musste ich natürlich auch noch einmal ganz oben herauf ;) Anschließend zurück zum Auto und zum Hotel. Kurz ausruhen bevor es noch in die Stadt ging.

Nach der Erkundung der „grünen Lunge“ wollten wir natürlich auch was von der Stadt sehen. Unser erstes Ziel war der Hafen, v.a. wollten wir den „Lippenstift“ – ein rot-weiß gestreiftes Hochhaus – mal von nahen betrachten. In unmittelbarer Nähe zu diesem, welches am Fluss und somit im Hafengebiet liegt, liegt eine große Viermastbark, die natürlich auch sehenswert war ;) Nur ein paar Schritte weiter gingen wir am Opernhaus vorbei um zum Riesenrad zu gelangen. Dieses ist dem London Eye nachempfunden - nur in kleinerem Maßstab. Wir machten eine Fahrt mit und konnten somit die Stadt noch einmal von oben betrachten. Zum einen war da der Fluss, der mitten durch Göteborg fließt, und mit ihm das Hafengebiet, dann die Göteborger Innenstadt, das große Leichtathletikstadion Ullevi und der Schlosspark war von hier auch zu sehen. Auf der anderen Seite des Flusses entdeckten wir in dem einen Hafen eine Autorennstrecke, die direkt am Wasser entlang führte. Und die beiden Brücken über die wir am Samstag laufen sollten, sahen von oben auch gar nicht so schlimm aus... die Laufstrecke erkundeten wir somit zumindest ein wenig auf diese Art und Weise :) Ansonsten war auffällig wie grün Göteborg doch ist. Nach der Riesenradfahrt gingen wir noch weiter durch die City ehe wir in einem Restaurant landeten um die nötigen Kohlenhydrate für Samstag zu uns zu nehmen. Dann wurde es auch Zeit die Beine hochzulegen. Ich freute mich auf den Lauf in dieser schönen Stadt und darüber, dass ich im Elite-Startblock stehen durfte...

 

Sa, 21.05. – der Lauf

59.417. Überall war diese Zahl zu lesen, denn an sämtlichen Werbebannern stand: Göteborg with 59417. So viele Voranmeldungen und ich mitten drin. Obwohl ja nicht ganz. Ich eher vornweg :)

Wir machten uns mit dem Bus auf die 5-minütige Anfahrt zum Stadion. An der Endstation angekommen, mussten wir noch mal rund 5 Minuten gehen – mit ziemlich vielen anderen Läufern. Es war vergleichbar mit Berlin. An der Eishalle angekommen, endete der Vergleich. Es war eine Stunde vor meinem Start und wir hatten zum Glück schon unsere Nummerlappen. Hätten wir sie noch nicht gehabt, hätte ich nicht mehr rechtzeitig starten können. Die Schlange vor (!!!) der Eishalle war unfassbar und eigentlich unbeschreiblich lang! Soooo viele Läufer, die ihre Nummern noch nicht hatten. Dachte man nun, es würden alle Leute ihre Startnummer erst jetzt abholen, irrte man. Wir gingen Richtung Stadion und Start und es wimmelte nur so von Läufern und Begleitern. Das war schon genial. So etwas ist man nur von großen Fußballspielen oder ähnlich gut besuchten Veranstaltungen gewohnt – aber definitiv nicht vom Laufen. Wer dachte, Berlin sei groß, der muss mal hierher kommen. Dieser Lauf ist größer und findet auf einer kleineren („Event“-) Fläche statt. Dennoch funktioniert das ganze – und es macht einen professionellen Eindruck. So reibungslos und stressfrei. So unkompliziert. So einfach. So schön. Was vermutlich auch an den Schweden an sich liegt. Es gibt nicht einmal Kontrollen, ob auch jeder Starter in dem richtigen Startblock steht. In Deutschland wäre das alles bei so einer Masse von Läufern undenkbar.

Die Zeit zum Start verstrich dann rasend schnell. Es ging nach einer kurzen Erwärmung zur Startaufstellung. In dem Elite-Startblock war nicht allzu viel los – ein paar Skandinavier und Resteuropäer, ansonsten nur Afrikaner – männlich und weiblich. Neben mir stand ein Schwede, der anhand meines Trikots erkannt hatte, dass ich aus Deutschland komme. Daraufhin haben wir noch kurz auf deutsch geplaudert und er warnte mich vor der Strecke, da diese nicht ganz flach sei. Aber dafür soll das Publikum genial sein. Nun war ich gespannt auf das Rennen. Kurz danach ging es auch schon los.

Die Afrikaner waren sofort weg. Dann kamen paar Skandinavier und ich, aber das Tempo war ziemlich hoch. Zunächst ging es ein wenig durch den Schlosspark um einen kleinen See mit Springbrunnen herum und dann kam nach zwei Km die erste (fiese) Steigung. Hier holten mich die Frauen ein und überholten mich. Es folgte das Hinunterlaufen von dem Hügel, wo ich den Anschluss zu den Frauen wieder herstellen konnte. Sowohl im Park als auch jetzt hinaus aus dem Park Richtung erster Brücke stand schon sooo viel Publikum am Rand und feuerte ordentlich an. Das hat richtig Spaß gemacht. Nun ging es schon langsam in den Anstieg zur Brücke. Die „Älvsborgsbron“ hat eine Höhe von 60m üNN. Start war hingegen auf 20m üNN. Also mussten rund 40 Höhenmeter überwunden werden. Zu Beginn des Anstiegs erreichten wir Km 5. Die Zwischenzeit: 16:03. Die Frauen und ich :) waren richtig schnell unterwegs. Doch auf den letzten Metern die Brücke hinauf machte die eine ordentlich Druck und sprengte unsere Laufgemeinschaft. Sie lief nun vorweg, ein Schwede und ich waren zunächst ein paar Meter dahinter und die Plätze 2-4 der Frauen verlor noch ein paar Meter mehr. Dann war der Scheitelpunkt erreicht. Ich warf einen kurzen Blick zur Seite – mehr Zeit war nicht, obwohl man sicherlich soo viel hätte sehen können. Wir liefen nun 1,5 Km hinunter bis auf Meereshöhe. Dort unten angekommen, war ich dann allein. Der Schwede ist nicht ganz so schnell heruntergelaufen wie ich. Also ging es allein weiter. Die erste Frau war ja immerhin immer in Sichtweite. Es ging jetzt durch reines Industriegebiet immer im und am Hafen entlang. Für Zuschauer nicht gerade attraktiv. Aber auch hier standen Leute, die anfeuerten – auch wenn es nicht so viele waren wie auf der anderen Seite des Flusses. Das Beste an der Passage war aber, dass wir hier schönen Rückenwind hatten. So lief es sich schnell und leicht. So kam auch schon Km 10: 31:56. Klar spielte dabei der Wind eine Rolle, aber laufen musste ich das ja trotzdem erstmal. Ich versuchte weiter Druck zu machen, aber das wurde jetzt immer schwerer. Sehr nett und motivierend war dann eine kleine Gruppe schwedischer Feuerwehrmänner. Diese hatten - wieder anhand meines Trikots - gesehen, dass ich aus Deutschland komme. Sie überlegten kurz, sprachen sich vielleicht ab und brüllten mir dann hinterher (in der Zeit war ich ja schon vorbei): DEUTSCHLAND! DEUTSCHLAND! Woraufhin ich dann den Daumen gehoben hatte und mich somit für diese tolle Geste bedankte. So hatten wir alle zusammen Spaß ;)

Doch es war nur ein kurzer Moment, der mich weiter pushte. Die Beine wurden langsam schwer und nun kam wieder eine Brücke. Mit 20m üNN zwar bei weitem nicht so hoch wie die erste, aber diese Höhenmeter mussten jetzt trotzdem gemacht werden. Vorne die Afrikanerin hatte es schon fast geschafft. Die hatte es gut. Doch auch ich hatte es kurze Zeit später geschafft. Die Beine brannten ganz schön, doch jetzt wurde ich mit einem kurzen Stück bergab belohnt. Nun war ich wieder auf der stimmungsvolleren Seite. Und es kam Km 15... 48:32. Von hier bis zum Ziel waren die Straßen nur so mit Zuschauern übersät – es war ne riesige Gaudi. Obwohl ich langsamer wurde. Aber bei der Begeisterung am Rand versuchte ich genauso das Beste herauszuholen. Ich kämpfte gegen die immer schwerer werdenden Beine. Wir liefen jetzt auf einer langen Geraden durch die Innenstadt bis zum Götaplatsen. Dort ging es um eine Poseidon-Bronzefigur herum und auf der anderen Straßenseite (Publikum war übrigens auf beiden Seiten) ein Stückchen zurück. Bei der Wende sah ich, dass meine Verfolger fast wieder dran waren. Es waren zwei Männer und eine Frau. Ich versuchte sie auf Abstand zu halten, was zunächst auch gelang. Es waren jetzt nur noch vier Kilometer. Zwei Kilometer später war es dann soweit. Ich wurde überholt. Erst von einem Schweden. Ich konnte nicht mehr mitgehen. Der zweite überholte mich nicht ganz so schnell. Ich konnte aber auch hier nur noch 200m mitlaufen. Dann kam die letzte Brücke. Ganz kurzer giftiger Anstieg, über die Autobahn und auf der anderen Seite genauso herunter. Wir waren wieder im Schlosspark. Die zweite Frau überholte mich jetzt. Unmittelbar vor Km 20. Zeit bei 20: 66:21. Tja, die letzten 5 Km (17:50) taten schon weh... Jetzt hieß es nur Zähne zusammenbeißen und durch. 500m vor dem Ziel war noch eine letzte kleine Kuppe zu überwinden. Ich konnte die letzten Kräfte mobilisieren und holte sogar wieder auf die Frau auf. Jetzt wollte ich sie noch überholen. Ich kam näher und näher. 50m vor dem Stadion waren wir auf gleicher Höhe. Auf den letzten 150m war ich dann der schnellere – obwohl die Zeit noch einen kleinen Tick schneller war: 1:10:09. 10 Sekunden schneller und ich wär noch zufriedener gewesen, aber so bin ich es auch. Ich hatte alles gegeben und das spiegelt der Lauf auch wieder. 10 Km sind momentan meine Strecke – für mehr fehlen mir die Trainingskilometer. Gerade deshalb bin ich aber mit dem Göteborg-Ergebnis sehr zufrieden. Und ich bin damit 30. geworden – von letztendlich 43.000 Finishern.

Im Ziel gab es dann ein Schokokeks und eine Banane – sowie die wohlverdiente Medaille. Nun konnte ich entspannt die weiteren Starts verfolgen und das „Volksfest“ in vollen Zügen genießen. Und das mit ganz viel anderen Leuten. Die Tribünen im Stadion waren vom Zieleinlauf des ersten (14.30h) zumindest bis zum Zieleinlauf so gegen 18.00Uhr ziemlich gut gefüllt und die Stimmung war entsprechend prächtig. Es war echt ein cooles Event und eine wunderschöne Veranstaltung.

Nachdem Angela im Ziel war, ging es zurück zum Hotel. Natürlich waren wir nicht die einzigen, die sich auf den Rückweg machten. An der Bushaltestelle und der Straßenbahnstation war wieder unglaublich viel los. Eigentlich hieß es Schlange stehen. Aber nur eigentlich. Wir hatten (wieder mal) Glück. Unser Bus hielt an der Haltestelle, wo nicht ganz so viele Leute warteten und so kamen wir gleich mit dem ersten Bus mit. Am Hotel ausgestiegen sind dann nicht nur wir beide, sondern auch der Schwede, der am Start neben mir stand. Wir haben uns noch kurz über unsere Zeiten ausgetauscht (wir waren beide zufrieden :-D) bevor sich die Wege dann trennten. Nun konnten wir den Tag in aller Ruhe ausklingen lassen.

 

So, 22.05. – die nasse Rückfahrt

Der Sonntagmorgen fing schon mal bedeckt an. Nach den beiden schönen Tagen war das aber nicht schlimm, wir wollten ja eh die Heimreise antreten. Auf der Fahrt nach Helsingborg kam dann auch schon der ein oder andere Regentropfen herunter. Von der Fähre nach Helsingør machte ich noch die letzten Erinnerungsbilder und schwupps waren wir in Dänemark. Wir wollten noch einen kleinen Ausflug auf die Insel Møn machen und uns die Kreidefelsen ansehen. Dort war das Wetter wie am Morgen in Göteborg – bewölkt. Von so einem Kreidefelsen herunter bis zum Meer mussten rund 70-100 Höhenmeter überwunden werden – je nach Standpunkt. Wir gingen also noch die Treppen hinab und anschließend unten am Wasser entlang. Bis es anfing zu regnen. Wir kehrten um – unsere „Glückssträhne“ war nun beendet. Einen Regenschirm, eine Regenjacke oder ähnliches hatten wir nicht dabei. Der Regen wurde immer stärker. Vor uns lagen jetzt noch 500 Treppenstufen bis zum Parkplatz. Oben angekommen waren wir klitschnass – und das bis auf die Unterwäsche. Zum Glück hatten wir trockene Klamotten im Auto, einige Tagesausflügler hatten da mehr Pech. Nachdem sich der Regen gelegt hatte, konnten wir uns in die trockenen Kleider werfen und die Heimreise wieder antreten. Über Rødbyhavn und Puttgarden ging es zurück nach Lübeck.

Ein beeindruckendes, ereignisreiches Wochenende lag hinter mir. Es war richtig schön.

 

Sa, 12.05.2012 – ich bin dabei!

Nun ist schon wieder fast ein Monat verstrichen und ich denke ab und zu immer noch an diesen Lauf und diese Stadt. Mir hat es so gut gefallen, dass ich mich auch schon wieder für nächstes Jahr angemeldet habe. Die Anmeldung ist seit dem 01.06.2011 möglich. Am 10.06.2011 waren bereits 12.000 Startplätze vergriffen. Anscheinend gibt’s noch ganz viele andere Begeisterte ;) Wer also mal in Göteborg laufen möchte, sollte sich rechtzeitig für einen Start entscheiden. Ich kann diesen Lauf nur empfehlen und sage euch: es lohnt sich!

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Kommentare: 2
  • #1

    Marcel (Freitag, 17 Juni 2011 13:29)

    Moin Dennis!

    Habe Deine neuen Berichte gelesen und finde sie sehr schön. Echt klasse wie Du von den Läufen und deren Dynamik berichtest. Für Läufer sehr interessant.

    Und von den Zeiten bin ich echt beeindruckt. Hast Du schon mal daran gedacht die 30-Minuten-Grenze auf 10km zu unterbieten?

    Schöne Grüße, Marcel.

  • #2

    Volker (Samstag, 25 Juni 2011)

    Moin, Dennis!
    Schöner Bericht aus Göteborg. Du bist aber mal wieder soo schnell angegangen, das ist total crazy! Mit einer besseren Renneinteilung wäre betsimmt eine Zeit unter 70min möglich gewesen, und ich denke auch, dass die 2. Rennhälfte dann mehr Spaß gemacht hätte!!
    Grüße aus Kiel und gute Besserung

    Volker