Stadtlauf im "Ländle": Böblingen

Wie kommt ein Lübecker nach Böblingen zum Stadtlauf? Diese Frage wurde mir bei der Siegerehrung gestellt. Ich hatte zwar nicht gewonnen, stand aber aufgrund der exotischen Herkunft im Mittelpunkt.

Ich erklärte, wie ich nach Böblingen kam: Laufveranstaltung im Internet gefunden und sie lag auf dem Rückweg aus der Schweiz. So kam ich also nach Böblingen. Und es war eine nette Veranstaltung.

Sonntagmorgen um 09.30h sollte schon Start sein – rund 20 Stunden nach der Zielankunft auf dem Corvatsch. Fit und ausgeruht war ich also nicht mehr zu 100%, aber ich laufe ja gerne und rappelte mich dann doch auf. Die Erwärmung fiel schon schwer, doch mit Beginn des Laufes wurde es besser. Am Start wurden die Favoriten vorgestellt und ich dachte nur, wen davon ich denn hinter mir lassen könnte. Mich kannte ja keiner. Mit dem Start begannen die Positionskämpfe und nach 500m setzte sich einer vorne ab. Bastian Franz. Nicht, dass ich ihn kannte, aber ihm ging’s nicht anders mit mir. Nach einem Kilometer schloss ich die Lücke und er musterte mich erst einmal ;) Wir liefen paar Hügel in der Stadt auf und ab, dann wurde es flach. Bastian fragte mich, wo ich herkomme und was ich so laufen kann. Ich beantwortete und er sagte, er hätte sich das bereits gedacht. Wir unterhielten uns ein wenig, zumindest phasenweise. Wir waren trotz des Vortages nicht gerade langsam. Nicht nur ich hatte eine Doppelbelastung, sondern er war tags zuvor auch gelaufen. Bastian erklärte mir zugleich die Strecke, denn er war hier schon öfter gelaufen. Nach vier Kilometern verließen wir die Straße und es ging auf einem Waldweg weiter. In diesem Wald sollte auch ein Berg bezwungen werden, der Rauhe Kapf, knapp 70 Meter höher gelegen als der Start. Als der Weg langsam anstieg, konnte ich Bastians Tempo nicht mehr halten. Er ließ sich zurückfallen und wollte bei mir bleiben, doch ich sagte ihm er solle laufen. Ich hätte immer nur das Gefühl gehabt ihn auszubremsen und das fand ich doof. Also lief er mir davon und ich in meinem eigenen Tempo weiter. Platz zwei konnte mir schon kaum mehr genommen werden, da es nach dem Rauhen Kapf nur noch bergab gehen sollte. Doch erst musste dieser Berg bezwungen werden. Nach dem Vortag eigentlich kein Problem, doch hier war ich ja wesentlich schneller. Die letzten Meter taten dementsprechend weh, waren sie doch noch einmal knackig steil. Oben angekommen, trank ich kurz und dann ging es auf der Straße bergab. Ich konnte Bastian zwar noch sehen, aber er ließ es genauso rollen wie ich, sogar noch einen kleinen Tick schneller. Der letzte Kilometer war dann wieder flach und am Ende entlang eines Sees, an dem eine Parallelveranstaltung stattfand: Schlemmen am See. Jeder Finisher hatte dafür einen Verzehrgutschein bekommen. Ich erreichte als Zweiter das Ziel... nach ungefähr 10 Kilometern und 33:36 Minuten.

Jetzt bin ich auch in Böblingen und Umgebung bekannt :)

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