Alle Jahre wieder: Röntgenlauf in Remscheid

Es war bereits der 11. Röntgenlauf und meine neunte Teilnahme bei diesem wunderschönen, gut organisierten Herbstlauf. Nach dem Abstecher auf die Marathondistanz im Vorjahr, war in diesem Jahr wieder der Halbmarathon an der Reihe. Ich wurde im Vorfeld als Zweitplatzierter gehandelt. Der Sieg war eigentlich schon vergeben und das wusste ich auch, läuft doch der Lokalmatador Daniel Schmidt den flachen Halbmarathon in 66 Minuten. Aber gewinnen ist nicht alles und so versuchte ich zumindest den mir zugetrauten zweiten Platz heimzulaufen. Mit Startschuss entwickelte sich das Rennen wie vorhergesagt. Daniel legte los wie die Feuerwehr, ich dahinter mit „Sicherheitsabstand“. Es ging zunächst bergab nach Lennep und nach einer kleinen Ortsrunde den gleichen Weg berghoch. Dort kamen mir natürlich unzählige Läufer entgegen, die applaudierten. Dann wurde es ruhiger. Noch einmal am Startgebiet vorbei und hinaus ins Bergische Land. 5 Km waren jetzt schon geschafft und ich war bissl zu flott unterwegs: 16:53 Min auf hügeligen Kilometern. Nun folgten noch einmal 5 hügelige Kilometer, also nahm ich bissl Tempo heraus um den Lauf einigermaßen gut zu Ende bringen zu können. Mittlerweile hatten sich auch zwei Mountainbiker zu mir gesellt, sodass ich immerhin Leute um mich herum hatte, denn Daniel war schon längst außer Sichtweite. Ich rackerte mir ordentlich einen ab und war berghoch gefühlt nur noch langsam wie eine Schnecke. Ich freute mich als ich Km 10 erreichte (35:22), denn ab hier geht’s fast 5 Kilometer nur leicht bergab. 18:28 für die letzten 5 Kilometer. Sonderlich schnell war ich wirklich nicht. Doch nun nahm ich wieder Fahrt auf. Bergab ging’s doch noch. Als es bei Km 14 dann auf einmal hieß, der Dritte hole immer weiter auf, war ich schon ein wenig überrascht. In der nächsten Kurve blickte ich auch mal über meine Schulter und sah ihn wirklich nicht mehr weit hinter mir. Ich versuchte mich jetzt zusammenzureißen und noch mal Tempo zu machen, doch das fiel mir sehr schwer. Km 15 war längst erreicht (52:54) und die letzten 5 Km in 17:32 Min zurückgelegt. Das war iO, reichte aber anscheinend nicht um Platz zwei zu sichern. Nun ging’s noch ein, zwei Mal steil berghoch und ich kämpfte. Dennoch kam der Dritte immer näher, doch dann ging’s wieder herunter und ich schaffte es wieder ein paar Meter mehr herauszulaufen. Vier Kilometer vor Schluss kam dann die heftigste Steigung und die kostete so viel Kraft, dass ich bergab nicht mehr Gas geben konnte. Mein Verfolger kam somit näher und näher und bei ca. Km 18,5 hatte er mich eingeholt. Ich ließ ihn sofort vorbei um mich an seine Fersen zu klemmen. Er suchte zwar die Entscheidung, doch ich blieb dran. Bis auf einmal mein Schuh aufging. Meiner Meinung nach hatte ich eine Doppelschleife gemacht, aber irgendwie hat sich die Schnürung gelöst. Stehen bleiben wollte ich jetzt trotzdem nicht und lief weiter. Das einzige was passieren hätte können, wäre den Schuh zu verlieren. Doch mein aufmerksamer Radfahrer sagte, er bringe mir den Schuh sonst schnell hinterher. Wäre auch nötig gewesen, denn es war der Schuh mit dem Zeitmessungs-Chip ;) Natürlich passierte nix, nur dass meine Kräfte am Ende waren und ich den letzten Antritt knapp einen Kilometer vor dem Ziel am Clemenshammer nicht mehr mitgehen konnte. So wurde ich mit 14 Sekunden Rückstand auf den Zweiten, Dritter. Dennoch bin ich mit 1:14:41 meinen zweitschnellsten Röntgenlauf-Halbmarathon gelaufen. Und: Im Vergleich zum Harzgebirgslauf fühlte ich mich auch schon wesentlich fitter, sodass ich auf jeden Fall auf dem richtigen Weg bin – zurück zu alter Form J

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