Nordsee-Halbmarathon in Egmond aan Zee (NL)

Ich war in diesem Jahr zum 2. Mal in Egmond aan Zee (NL) um dort am Halbmarathon teilzunehmen. Vor zwei Jahren lief ich dort gut trainiert und dennoch unerwartet 1:09:37. Was zum einen am günstigen, kräftigen Rückenwind auf der ersten Hälfte lag und zum anderen an dem Topfeld, welches der bekannte Halbmarathon jährlich aufweisen kann.

Ich hatte also gute Erinnerungen an diesen schönen Lauf, der nach einer kurzen Runde durch Egmond hindurch an den Strand führt, an dem man dann 7 Km lang in eine Richtung läuft. Auf Sand natürlich. Nach etwas mehr als 10 Km geht es links ab, weg vom Meer, eine Düne hinauf. Oben angekommen hat man die Hälfte der Strecke (10,5 Km). Nun geht es bis Km 12,5 auf unebenen Wegen durch die Dünenlandschaft bevor man auf einem befestigten Weg kommt, der zurück nach Egmond führt. Zum Schluss kommen noch einmal zwei fiese Steigungen bevor das Ziel in Sicht ist. Und diese Strecke hatte es mir angetan. Ich freute mich auf den Lauf. Meine Zielsetzung war angesichts des Feldes auch eine sportliche, wollte ich das erste Mal seit 1,5 Jahren endlich mal wieder unter 1:12h laufen. Doch es kam anders...Am Samstag bemerkte ich das Fehlen meiner Laufsocken. Ich hatte sie zuhause vergessen. Letztendlich nicht allzu schlimm, weil man ähnliche noch vor Ort erwerben konnte, aber im Nachhinein war es schon das erste Zeichen, dass es nicht mein Lauf werden sollte.Am Sonntag dann der Super-Gau. Ich musste von ziemlich weit hinten starten. Der erste Startblock unterteilte sich nämlich noch einmal in drei Kategorien, was mir nicht bewusst war. Warum ich das aus 2012 nicht erinnerte? Vielleicht, weil ich da gut wegkam. Jedenfalls standen ganz vorne die Topathleten, dahinter die sogenannte Subelite (zu der ich hier auch mit einer Zeit von 1:12h gehöre...) und dann kamen alle anderen Läufer, die sich für den Wettkampflauf angemeldet hatten. Die große Masse läuft zwar den „Trimloop“ (Zeitnahme, aber keine „offizielle“ Wertung), dennoch standen in den Startblock, in den ich nun auch stehen musste, knapp 1500 Läufer aller Zeitenbereiche. Zugang zum Startblock war nur von hinten möglich. Ich mogelte mich zwar etwas nach vorne, doch ich kam nicht so weit, wie erhofft. 35 Sekunden nach dem Startschuss erreichte ich die Startmatte und hatte schon verloren. Zum einen waren meine möglichen Laufpartner bereits 200m gelaufen, zum anderen hatte ich jetzt Riesenverkehr auf der Strecke. Die 3-km-lange Runde durch schmale Straßen war für mich ein Slalomlauf. Für den ersten Km benötigte 4:01 Minuten. Damit war schon alles verloren. Die nächsten 2 Kilometer in 7:00 Minuten waren zwar gut, aber dennoch mühsam, weil sie durch Stop and Go entstanden. Nach drei Km hatte ich schon 45 Sekunden Rückstand auf meine angepeilte Zeit! Nun ging es an den Strand. Und wieder Pech: Gegenwind. 7 Km lang. Ich lief von einer Gruppe zur nächsten nach vorne. Immer wieder mit kurzen Verschnaufpausen (Windschatten!) in diesen Gruppen. Durchlaufen hatte ich mich nicht getraut, es war so schon recht schwer im Sand gegen den Wind. Ich brauchte diese kurzen „Mitlaufphasen“ zum Erholen. Und dennoch fühlte ich mich in jeder Gruppe am falschen Platz, weil es sich zu langsam anfühlte. Ich schaute auch gar nicht mehr auf die Uhr, machte eh keinen Sinn mehr. Erst bei der Hälfte, wo die Zeit genommen wurde, blickte ich auf die Uhr: 38:51. Das war hart. Ich wusste, dass ich mein Ziel verfehlen würde, hatte am Strand aber noch mit einer 1:14h geliebäugelt. Aber bitte, wie sollte das denn jetzt noch funktionieren? Ich begnügte mich jetzt damit zu sagen, die zweite Hälfte sollte nur schneller werden. Jetzt gab es ja immerhin auch Rückenwind, wenngleich der Wind hinter den Dünen nicht ganz so stark wehte wie am Strand. Aber einen leichten Schub gab es schon. Ich holte weitere Läufer ein... eigentlich habe ich das komplette Rennen nur überholt. Man kann zwar sagen, ist doch auch schön, aber ich fand das nicht. Ich wäre lieber überholt worden, aber mit 1:11h ins Ziel gekommen. Das war leider nur längst nicht mehr möglich. Es hieß Schadensbegrenzung zu betreiben und das einzig Positive waren die letzten 5 Km, die ich in knapp unter 17:00 Min zurücklegte. Zum Schluss hatte ich also das angestrebte Tempo gefunden... immerhin. Ich erreichte doch bitter enttäuscht ob des Startdesasters nach 1:15:20h das Ziel. Der Lauf wurde als lange Trainingseinheit abgehakt. Beim nächsten Mal – Egmond ist ja trotzdem eine Reise wert – kümmere ich mich aber im Vorwege um die Startblockzugehörigkeit :)

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